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Dänemark 2010

31.07.2010
Morgens werde ich gegen 7.30 Uhr wach, packe schon einmal die Packtaschen an die Räder und wecke dann, kurze Zeit später meine Familie gegen 8.15 Uhr sind wir verschwunden und nur das plattgedrückte Gras verrät, dass dort ein Zelt gestanden hat.Der Wind hat sich etwas gelegt, selbst im Hellen ist die Orientierung nicht so einfach und wir brauchen einen Moment bis wir den richtigen Weg finden. Es ist Samstag und um diese Zeit ist außer uns niemand auf der Straße den man nach dem Weg fragen könnte. Aber mit Hilfe unserer Karte schaffen wir es auch alleine. Wir kommen an einer Bank vorbei und decken uns hier mit der Landeswährung ein. Gleich daneben ist ein Supermarkt und wir freuen uns dass wir jetzt für unsere Kronen wesentlich mehr einkaufen können. Auch die Auswahl an Lebensmitteln ist größer als in Norwegen. Wir decken uns mit dem nötigsten ein und kommen am frühen Vormittag auf dem Campingplatz an. Dort treffen wir das Ehepaar aus Ostdeutschland mit dem wir unseren letzten Abend in Norwegen verbracht haben. Die gerade abfahren wollen. Heute legen wir einen Ruhetag ein um die Anstrengungen der letzten Nacht kompensieren zu können. Als wir unsere Zelte aufbauen steht dort noch ein kleines gelbes Zelt und wir treffen wieder einen Bekannten, den netten Herrn aus Niedersachsen den wir am Supermarkt in Farsund getroffen hatten. Er erzählt das er vor Kristiansand auf der NSCR geblieben ist und sagt es wäre für uns die richtige Entscheidung gewesen dort nicht lang zu fahren. Auch landschaftlich hätte dieser Weg seiner Meinung nach nicht so viel geboten. Wir verbringen den Rest des Tages mit Ausruhen und die Kinder toben auf dem Spielplatz oder erkunden die alten Bunkeranlagen am Strand. Ich fahre kurz in die Bibliothek um unsere Homepage zu aktualisieren und noch ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Wir nehmen uns Zeit um vorzulesen und es wird Wäsche gewaschen und ich Spanne zwischen Marcos Rad und dem Tandem eine Wäscheleine und sichere das Patria mit dem Rahmenschloss außerdem schmiere ich noch die Ketten. Nachmittags überlegen wir ob wir nicht altes Kartenmaterial, das Buch das wir schon durchgelesen haben und ein paar Sachen die wir nicht mehr brauchen nach Hause schicken. Aber die Post hat leider nicht wie die Lebensmittelgeschäfte am Sonntag geöffnet. Also vertagen wir das auf den nächsten Tag. Abends schauen wir uns einen Film im Gemeinschaftsraum an. Der ist dem Satellitenfernsehen sei Dank, sogar in Deutsch und morgen nehmen wir dann die Dänischen Straßen und Wege unter die Reifen.

01.08.2010
Morgens kommen wir erstaunlicher Weise schon mal um 10.30 Uhr los. Marco muss noch seine Schuhe anziehen und wir anderen rollen derweil schon einmal zum Ausgang um uns abzumelden. Aber ruck zuck ist unser früher Start und die halbe Stunde Zeitvorssprung im Eimer. Ich hatte Marco vergessen zu sagen, dass ich sein Rad mit dem Rahmenschloss gesichert hatte und ein kräftiger Ruck eines ebenso kräftigen Teenagers reißt dann zwei Speichenköpfe ab. Natürlich gibt es jetzt eine Diskussion wer denn Schuld hat. Es hilft alles nichts, wir schicken die Jungs noch einmal in die Bunkeranlage, damit ich in Ruhe das Rad wieder flott machen kann. Kurz bevor ich mit der Reparatur fertig bin, sagt eine Stimme hinter mir:“Hallo“. Mensch, denke ich die Stimme kennst du doch und drehe mich um. Da steht Tore den wir aus Detmold kennen. Er ist Norweger und kommt von seinem Urlaub aus Norwegen wieder. Unsere Söhne hatten sich im Bunker getroffen und er staunte nicht schlecht, als sein jüngster gesagt hat, du Papa ich habe hier Leute getroffen die ich kenne. Da denkt man sich ja wen soll der Kleine denn hier kennen. Na ja, so bringen meine Söhne Tore zu uns und er hat mehr als genug Platz in seinem Van um unser überflüssiges Gepäck mit nach Detmold zu nehmen.Manchmal sind eben auch Pannen für etwas gut. Seine Jungs freuen sich das sie für die Rückfahrt etwas zu lesen haben was sie noch nicht kennen. Kurz bevor sich unsere Wege trennen fragt Christian der jüngere von den beiden noch wo denn unser Auto sei. Und er staunt nicht schlecht als wir sagen wir sind mit dem Fahrrad hier. Als wir dann auf unseren Rädern sitzen ist es mittlerweile 12.00 Uhr aber die Steigungen sind hier nicht wirklich vorhanden, zumindest dann nicht wenn man gerade aus Norwegen kommt, und der Wind hat gedreht und weht nicht mehr direkt von vorne. Wir fahren durch Klintplantagen, so nennt sich der künstlich angepflanzte Wald in Küstennähe, Mittagspause machen wir auf einem Overnatingteldplads. So heißen hier die Naturlagerplätze die über ganz Dänemark verteilt sind und von Wanderern, Reitern, Kanuten und Radfahrern genutzt werden dürfen. Wir besuchen den versandeten Leuchturm Rudberg knude, der mitten in einer Wander Düne steht.

Danach geht es in Lökken auf den befahrbaren Strand. Es ist mit unserem Gepäck zwar etwas beschwerlich aber trotzdem ein besonderes Erlebnis so direkt am Meer vorbei zu fahren. Die Gelegenheit nehmen die Jungs war um ein Vollbad in der Nordsee zu nehmen.

Danach machen wir uns auf den Weg zum Overnatingplatz, der recht versteckt hinter einem Vereinshaus liegt. Eine dänische Mutter mit Sohn und Tochter ist auch hier. Aber es ist genug Platz für alle da. Die Toilette ist ca. 2km im Ort und Wasser gibt es hier auch keines. Also fahre ich los und fülle dort unsere Wasserblasen und kaufe noch etwas ein. Der Markt hat hier bis 22.00 Uhr offen. Unsere Söhne wollen in der Hütte schlafen, was wie wir finden eine gute Idee ist,
so müssen wir morgen ein Zelt weniger abbauen. Gegen 22.00 Uhr geht es in den Schlafsack.

02.08.2010
Heut sind wir von Santum bis Klim gefahren. Wir haben schnell noch unsere Trinkflaschen und Vorräte ergänzt und kommen gegen 12.00 Uhr los. Mittags kommen wir an einem sehr schönen Übernachtungsplatz vorbei, mit Hütten und manuellem Holzspalter, also halten wir an und machen hier unsere Pause und in der Zeit wo Lydia und ich das Mittagessen vorbereiten müssen unsere Söhne diesen Holzspalter natürlich ausprobieren und so dauert unsere Mittagspause dann doch etwas länger als geplant. Als wir aus dem Wald kommen sagt Marco, bei mir schleift etwas und als ich mir die Sache anschaue, sehe ich dass die Schraube am Low Rider abgerissen ist. Das ist natürlich ein kleines Problem aber weil Marco noch den Vorrderradträger (Highrider) hat, hängen wir die Tasche erst mal daran und befestigen das Schutzblech mit Kabelbindern. So fahren wir dann zu unserem Übernachtungsplatz. Heute bei Leuten privat auf dem Grundstück. Als wir dort ankommen ist keiner da aber es hängt ein Zettel das wir unser Zelt schon aufbauen dürfen, wenn keiner da ist und wo wir Wasser finden. Abends kommt dann der Nachbar und erzählt uns dass wir die Natur nützen müssten für die großen und kleinen Geschäfte weil der Besitzer Urlaub in Deutschland macht. Aus der im Overnatingverzeichnis angekündigten Dusche wird dann wohl leider nichts, also behelfen wir uns so gut es geht was die Hygiene angeht.
Wir sind hier ja auch für uns weil das Haus und der Garten doch weit ab liegen vom eigentlichen Dorf. Abends sehe ich noch einmal nach Marcos Rad aber alle Reparaturversuche schlagen fehl.Was uns fehlt sind eine Bohrmaschine und ein Gewindeschneider. Ich wusste ich hatte vergessen was einzupacken :-).

03.08.2010
Heute Morgen bin ich mit Fabio und Nico zum Einkaufen gefahren und Lydia will in der Zeit mit Marco und Timo abbauen. Es sind 12 km hin und zurück nach Fjerittslev und auf dem Rückweg müssen wir ganz schön gegen den starken Gegenwind an kämpfen. Als wir wieder bei den anderen sind haben sie wirklich schon gut vorgearbeitet. Wir verstauen gemeinsam den Rest der Ausrüstung und ziehen dann los Richtung Bulbergheute wollen wir extra etwas weniger fahren damit uns später noch Zeit bleibt um an Dänemarks einziger Steilküste etwas zu schwimmen. Also ziehen wir los und es geht durch schöne Waldstücke, wenn nur nicht dieser grobe Schotter wäre. Der macht das Vorankommen sehr beschwerlich. Die Jungs werden gegen 13.00 Uhr etwas ungeduldig weil wir den Platz noch nicht gefunden haben, aber weil in unserem Overnatingbuch gerade dieser Platz nicht eingezeichnet ist, gestaltet sich das etwas schwierig und wir müssen erst noch einmal einen Waldarbeiter fragen der uns dann den Weg zeigt. Aber der kürzeste Weg ist nicht immer der leichteste und wir müssen noch einmal kräftig schiebenbis wir endlich angekommen sind. Dann wird aufgebaut, denn wir halten es für besser unsere Zelte und das Gepäck hier im Wald auf diesem recht versteckt liegenden Zeltplatz zu lassen, als oben an den Rädern wenn wir zum Meer runter gehen und kein Auge mehr auf unseren Fuhrpark haben können. Wir suchen als wir am Meer sind nach dem Felsen im Wasser zu dem wir vor 3 Jahren einmal geschwommen sind und der komplett mit Seesternen bedeckt war. Aber leider finden wir ihn nicht weil diesmal Flut ist und außerdem ist er sehr windig und kalt wie schon den ganzen Tag , aber ins Wasser wollen die großen drei trotzdem, wenn auch nur kurz. 

Fabio sammelt Steine mit Löchern am Strand die er gerne für seinen Geburtstag mit nehmen möchte um sie seinen Freunden zu schenken. Das halte ich natürlich für keine gute Idee weil man dieses Zusatzgewicht natürlich nicht am Fahrrad haben möchte und sage entschieden dass die hier bleiben (aber an seinem Geburtstag sind die Kiesel dann doch von irgendwo aufgetaucht). Nach dem ich ein paar Bilder geschossen habe und unsere Jungs ihren Badespaß hatten, fahren wir am späten Nachmittag dann zum Zelt zurück nachdem wir die Wassersäcke noch am Bullberg aufgefüllt haben. Wir bereiten gerade unser Abendbrot zu, als eine größere Gruppe junger Dänen kommen die auf diesem Platz ein Lagerfeuer machen wollen. Dumm ist nur das wir unsere Zelte sehr dicht an der Feuerstelle stehen haben weil dort der Boden am ebensten war und wir natürlich nicht wollen das durch den Funkenflug Löcher ins Zelt kommen bauen wir nach längerer Diskussion dann das kleine Zelt ab und setzen es um. Machen aber auch ganz deutlich klar dass wenn das große Zelt kaputt geht der Schaden von dem zu tragen sei, der sein Feuer nicht unter Kontrolle hat. Irgendwie ist den Dänen das dann doch zu heiß denn a) sind sie nach uns gekommen und b) sind diese Plätze nicht für Großgruppen gemacht was auch ganz deutlich in dem Zeltplatzführer drin steht. Also lassen sie dann doch Feuer, Feuer sein.

04.08.2010
Bulberg bis Hanstholm. Eigentlich wollten wir heute weiter fahren, so unsere üblich 50-60 Km. Aber wir wollen schauen ob wir in Hanstholm eine Werkstatt finden die, die abgebrochene Schraube entfernen kann und außerdem müssten wir mal wieder einen Waschtag ein schieben. Als wir dann morgens den Bulberg runter rauschen sagt Nico das bei ihm etwas schleift, darum stoppen wir kurz und ich suche nach dem Grund kann aber nichts finden. Als er rollt schleift es wieder darum löse ich den Schnellspanner und positioniere das Hinterrad neu. Danach können wir weiter. Also haben wir nach 30 Km in Hanstholm den Campingplatz angesteuert wieder einmal ein Highlight mit tollem Spielplatz und einem Schwimmbad das sogar im Preis inklusive ist. Wir machen Arbeitsteilung unsere Söhne gehen ins Schwimmbad und Lydia und ich machen uns auf die Suche nach einer Werkstatt aber in ganz Hanstholm finden wir niemand der uns weiter helfen kann. Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten ein und fahren dann zurück zum Campingplatz, der Vorteil dieser Aktion ist das wir schon mal einen Teil unserer morgigen Strecke gefahren sind und jetzt wissen welchen unnötigen Schlenker wir uns sparen können. Als wir zurück sind auf dem Campingplatz beschließe ich die beiden Hausmeister zu Fragen nur leider kommen die aus Rumänien und verstehen wenig bis gar kein Englisch. Aber um das Problem zu erkennen sind ja keine Fremdsprachenkenntnisse nötig. Die beiden haben gerade Feierabend und nehmen sich gleich der Gabel an. Das Beste ist, sie haben das was man braucht um den Schraubenrest zu entfernen, eine Bohrmaschine und einen Gewindeschneider.

Leider rutscht der Bohrer an einer Stelle ab und das Gewinde wird beschädigt und muss auf M6 aufgebohrt werden. Die beiden geben ihr bestes und zum Schluss ist die alte Schraube durch eine neue ersetzt worden und der Lowrider ist wieder fest. Als ich den beiden Geld anbiete für ihre Mühe anbieten will, lehnen sie fast beleidigt ab. Wo ich denn her komme wollen sie wissen. Als ich ihnen sage das ich aus Deutschland komme, möchten sie wissen aus welchem Ort, da ich mir sicher bin das ihnen Detmold kein Begriff ist, sage ich ich käme aus der Nähe von Bielefeld, worauf der ältere der beiden mir auf die Schulter klopft und sagt Arminia Bielefeld also scheint Fußball ja wirklich die Menschen zu verbinden. So recht können wir uns heute nicht entscheiden was wir zum Abendbrot essen wollen und weil es auf dem Campingplatz ein Restaurant gibt überlegen wir uns ob wir unseren Speisplan nicht durch ein paar Pommes ergänzen. Aber es wird dann ein Terassenburger mit Pommes und diese Portion hat es in sich und sogar Marco ist danach papp satt und so was hören wir von unserem Großen im Moment eher selten. Wobei man sagen muss das der Big Mäc dagegen echt nur Fingerfood ist.

05.08.2010
Als wir am späten Vormittag starten ist sehr schönes Wetter und wir wollen auf jeden Fall am Hanstholmfyre ein Foto machen. Später zieht der Himmel dann zu und es regnet zeitweise. Als wir mittags Rast machen ist es aber für einen Moment trocken. Dann zieht der Himmel wieder zu und es stürmt, natürlich wieder einmal schräg von vorne aus diesem Grund wählen wir nicht den Radweg mit der unbefestigten Oberfläche sondern die Bundesstraße 181. Dort lassen sich die Bikes einfach leichter fortbewegen.

Gegen Abend reißt der Himmel dann auf und unterwegs hängt an Marcos Lowrider etwas, das erst auf den zweiten Blick als kleiner toter Frosch zu erkennen ist.
Er ist wohl während der Fahrt von Marcos Vorderrad überfahren und dann an den Lowrider geschleudert worden. Nun biegen wir rechts in einen Schotterweg ein Richtung Lodbjerg Fyre, denn am Ende der Straße soll in der Nähe des Leuchtturms unser Zeltplatz für diese Nacht sein. Es ist ein schöner Platz sogar mit Wasser in der Nähe nur sind wir diesmal nicht allein ein deutsches Ehepaar mit kleinen Kindern hat schon die Hütte belegt und gegen Abend kommen noch zwei Zelte dazu. Es sind alles Deutsche. Aber es ist ja Platz genug. Was wir sehr schade finden ist das unsere Landsleute z.T. mit dem Auto angereist sind obwohl diese Plätze ja nur für Leute sind, die sich aus eigener Kraft fort bewegen. Wir hoffen das ein so schlechtes Vorbild nicht zu viele Nachahmer findet, denn das wäre mit Sicherheit schlecht für die Leute die irgendwann mal nach einem kommen, denn entweder werden dann die Plätze der Kommunen kostenpflichtig oder ganz abgeschafft und das wäre doch wirklich schade. Den Leuchtturm kann man besichtigen, was wir uns aber für den nächsten Tag aufsparen werden. Abends kochen wir wieder gemeinsam mit unseren Söhnen und halten einmal im Bild fest was bei uns so auf der Speisekarte stand.

06.08.2010

Lodbjerg Fyre nach Fjaltring Strand. Wir nähern uns jetzt Thyboron, wo wir vorerst das letzte Mal Fähre fahren werden wieder über einen 8 Kilometer langen Damm, auf dem wir schon während unserer Limfjordtour gegen den Wind kämpfen mussten. Diesmal fahren wir in die entgegengesetzte Richtung aber an dem Kampf gegen den Wind hat sich nichts verändert. In Thyboron besuchen wir das Snuggelenhaus (Schneckenhaus) das ein Mann außen für seine Frau mit Muscheln verziert hat.

Weiter geht es über Krist und Strande. Hinter Strande bleibt Nico immer hinten wir können nicht so recht herausfinden woran es liegt aber er ist unmotiviert und schleicht sogar die Berge runter. Ich beschließe noch einmal ein Stück hinter ihm her zu fahren um zu sehen woran es denn liegt. Irgendwie steht sein Hinterrad nicht richtig in der Mitte und wir halten an um es zu korrigieren. Auf Verdacht Kontrolliere ich einmal das Lagerspiel und stelle fest, dass sich das Rad ziemlich stark nach links und rechts bewegen lässt. Also hole ich die Schlüssel um das Lager neu ein zu stellen. Aber das lässt sich nicht einstellen und ich merke, dass sein Hinterachse komplett durchgebrochen ist. Als ich die eine Hälfte heraus ziehe kommen mir schon die ersten Kugeln entgegen.Hier mitten in der Pampa gibt es natürlich kein Radgeschäft und so erhöhe ich die Spannung des Schnellspanners und baue alles wieder zusammen und wir fahren weiter. Jetzt weiß ich auch was am Bulberg geschliffen hat. Das Problem ist nur das Nico jetzt nicht mehr im Wiegetritt fahren darf, was er sonst immer zu tun pflegt wenn er zu langsam wird und so die Lücken wieder zu fährt. Das fordert jetzt von uns allen viel Geduld, weil er auf Stur schaltet und langsam pedalt obwohl es schneller ging. Zu allem Unglück verpassen wir noch unseren Übernachtungsplatz und müssen dann noch einmal 5 Kilometer zurück. Als wir dort ankommen wird Diego gleich von zwei großen Hunden angegriffen. Aber zum Glück kommt gleich die Besitzerin und greift ein hat aber Mühe ihren großen Hund weg zu bekommen. Außerdem stellt sie fest, dass der eine Hund seine Leine durch gebissen hat. Nach der Aufregung werden wir nicht recht mit einander warm, zumal auch diese Leute wieder Autofahrer sind. Aber man kommt mit einander aus und nachdem der Mann die eine Hütte von den zweien geräumt hat. Hat jeder genug Platz um sich aus dem Weg zu gehen. Für das Abendessen haben unsere Jungs Chili ausgesucht und wir stellen fest, dass unsere Getränke nicht reichen um den Brand zu löschen. Also fahre ich ins Dorf um noch etwas einzukaufen. Komme aber leider zu spät. Eine Frau kommt aus dem Nebengebäude und fragt was ich denn kaufen wollte. Ich sage etwas zum Trinken und sie deutet mir an ihr zu folgen. Sie wohnt ein paar Meter die Straße hinunter und ich warte an der Haustür als sie nach einiger Zeit mit einem Paket O-Saft und selbst gemachten Hollunderblütensaft zurück kommt. Als ich bezahlen will, möchte auch sie kein Geld. Wenigstens zum Abschluss nach diesem verkorksten Tag noch ein schönes Erlebnis. Diese Nacht können wir alle gemeinsam incl.Hund und Gepäck in dieser Hütte übernachten.

07.08.2010

Fjaltring Strand nach Ärgab. Wir radeln gegen starken Gegenwind nach Thorsminde und kommen nur langsam voran. Als wir dort ankommen kauft Lydia mit den Jungs ein. In der Zeit erkundige ich mich ob auf dem Campingplatz in Blavand noch etwas für uns frei ist und rufe bei unserem Radhändler Fahrrad Becker an, um für Nicos Rad eine neue Achse zu bestellen mit der Bitte uns diese nach Blavand zu senden. Ansonsten gibt es von diesem Tag nicht viel zu berichten außer das der Himmel bewölkt ist und wir den ganzen Tag gegen den Wind strampeln müssen und Nico nicht so recht vom Fleck kommt. Zwischendurch nehmen Marco und ich ihm Gepäck ab. Ich fahre vorne mit Vier Lowrider Taschen und Marco nimmt ihm die Rolle vom Gepäckträger ab. Timo hat die schwerere Rolle schon seit gestern. Aber auch diese Maßnahme hat nicht den gewünschten Erfolg. Nico meint es geht heute einfach nicht schneller und seine Kniekehlen tun ihm weh. Abends machen wir dann einen Campingplatz früher Feierabend für heute. Gleich am Check In fragt uns ein älterer Herr, nah wie viele Kilometer schafft ihr denn so am Tag? Worauf ich sage das, dass sehr unterschiedlich sei. Aber damit ist er nicht zufrieden er möchte eine genaue Angabe. Also schaue ich auf meinen Tacho und sage heute sind wir z.B. 68Km gefahren aber ich sage es gab auch schon Tage wo wir nur 30 gefahren sind. Damit ist er dann zufrieden und findet, dass knapp 70 Km ja doch eine beachtliche Entfernung seien. Wir bauen also unsere Zelte auf und alle bis auf Nico gehen auf den Spielplatz in der Zeit bekommt er von mir eine Pause verordnet und wir machen das Abendbrot. Nico reiben wir die Kniekehlen abends mit einer schmerzlindernden Salbe ein. Er meint wir fahren ja sowieso immer nur bis spät abends, worauf ich ihm sage, dass es nicht mein Ziel ist 100km am Tag zu schaffen sondern 50-60 Km und je früher wir damit durch sind, desto mehr Zeit hätten wir für andere Sachen. Außerdem erzähle ich jetzt dass wir morgen bis Blavand kommen wollen um da ein paar Tage auszuruhen. Als ich abends die Räder anschließe stelle ich fest dass sein Hinterrad wieder minimal schleift. Mit Sicherheit ein Grund mit warum wir heute nicht so recht vom Fleck kamen, obwohl ich zwischendurch immer mal danach geguckt hatte.

08.08.2010
Ärgab bis Blavand. Morgens stärken wir uns mit Müsli und Haferflocken Brötchen und Nico trinkt mehrere Tassen Kakao. Dann bauen wir ab und ich habe vorm dem Start die Sorge das wir uns heute wieder so quälen müssen. Aber dann kommt alles ganz anders. Nico schafft es die trüben Gedanken vom Vortag abzuschütteln und gibt richtig Gas. Wir fahren zeitweise auf gerader Strecke 25Km/h was aber auch daran liegt das wir heute mal keinen Gegenwind haben. Zwischendurch kommt dann sogar die Anfrage von Lydia ob es denn nicht ein wenig langsamer geht. Ich bin mir nicht sicher ob ich meine Söhne nicht doch ein wenig bremsen soll um zu vermeiden das sie auf einmal nicht mehr weiter können, weil sie sich ihre Kräfte nicht richtig eingeteilt haben. Als ich rechts dann ein paar Fischerhütten sehe halten wir kurz für ein Foto an.Aber dann geht es im gleichem Tempo weiter. Ich entschließe mich dann die Jungs dieses Tempo fahren zu lassen so lange wie sie eben können. Bis 14.00 Uhr haben wir dann schon 45 km und füllen 12km vor Blavand noch einmal unsere Packtaschen und essen ein Eis. Mir fehlt für diesen Umweg, der nicht an der NSCR liegt zwar ein Kartenausschnitt aber ich denke, wir finden es auch so. Die letzten 8 Kilometer vor Blavand sind dann eine echt absolut üble mit Schlaglöchern übersäte Schotterpiste. Irgendwann fährt Timo durch ein tiefes Schlagloch und sagt kurze Zeit später, dass bei ihm etwas schleifen würde. Auf den ersten Blick kann ich nichts erkennen und so fahren wir die letzten Kilometer durch bis zum Campingplatz. Irgendwie ist es dann schön nach Blavand rein zu kommen, denn hier kennen wir uns noch ein wenig aus. Weil wir ja vor 7 Jahren hier einmal einen Urlaub verbracht haben und so finden wir den Weg zum Campingplatz ganz problemlos. Wir checken ein der Platz ist recht teuer mit 77,-€ pro Tag aber dafür ist die Ausstattung vom aller feinsten. Küchen mit Backofen, Einkaufsgelegenheit am Platz mit moderraten Preisen, der Spaßbadbesuch ist im Preis enthalten, kein Plumpsklo, tolle Spielplätze für die Kids und das ist für uns ja auch nicht selbstverständlich ein Wasserhahn direkt am Zelt. Also Luxus pur. Hier wollen wir warten bis Nicos Achse eintrifft. Als wir dann abpacken sehe ich, dass Timo am Gepäckträger eine Schraube verloren hat und nach der Durchfahrt des Schlaglochs hat sich die feste Seite doch stark verändert. Wir überlegen ob wir uns dafür um einen Designpreis bemühen. Sieht ja irgendwie schwungvoller aus als vorher. Na ja wir bauen erst unsere Zelte auf und als alles steht gehe ich mit Lydia zur Rezeption, um zu fragen wo es denn hier einen Schaubstock gibt. Doch die Dame dort erzählt mir das sie so etwas nicht haben, ich frage noch einmal ob sie denn weiß wovon ich rede. Doch sie sagt ja das wäre ein Werkzeug wo man etwas fest klemmen kann. Jetzt bin ich echt platt. Der Campingplatz in Hanstholm hatte eine gut ausgestattete Werkstatt und war wesentlich kleiner. Dieser Platz ist wahrscheinlich 1 km² groß und besitzt nicht einmal einen Schraubstock. Das kostet in unserer Bewertung aber auf jeden Fall einen Stern. Wir gehen zum Zelt zurück und ich richte den Gepäcktäger an Steinen, Pfosten und Pfählen. Was auch recht gut gelinkt. Die Feinheiten muss ich dann zu Hause machen. Abends gibt es lecker Chinesisch süß sauer und dann spazieren wir noch ein wenig durch Blavand aber um 21.30 Uhr wird hier schon der Gehweg hoch geklappt.

09.08. – 12.08.2010

Jeden Tag schaue ich in der Rezeption vorbei um nach unserem Paket zu fragen. Aber es kommt und kommt nicht und so testen wir mal den Backofen um eine Pizza zu essen. Auch steht ein Besuch in der Bonbonfabrik auf unserem Terminplan.

Weil die in den letzten Wochen nicht auf unserem Speiseplan stand. Wir nutzen die Möglichkeit hier mit unserem Netbook ins Internet zu können so können die Jungs mit ihren Freunden Chatten. Am Mittwoch den 11.08. entscheiden wir uns morgen den Campingplatz auf jeden Fall zu verlassen, weil das sonst ein zu großes Loch in die Reisekasse reißen würde und sollte das Paket dann noch nicht da sein den nächsten Übernachtungsplatz an zu fahren. Aber als wir morgens mit den vollgepackten Bikes an der Rezeption stehen ist das Paket endlich angekommen.

Wir beschließen heute noch bis hinter Esbjerg zu fahren vielleicht gibt es ja auf dem privaten Übernachtungsplatz einen Schraubstock. Unser erstes Ziel sind heute die Männer am Meer in Ejsberg. Dort wollen wir ein Familiefoto/ Gruppenfoto machen und Mittag essen. Danach passieren wir möglichst schnell Esjberg weil wir uns sputen wollen um heute noch unseren Übernachtungsplatz zu erreichen. Uns fehlte ja ein Stück Karte und so wird unsere Etappe heute länger werden als geplant. Hinter Esjberg fängt es an zu regnen und es hört bis zum Zeltplatz auch nicht mehr auf. Als wir abends gegen 17.50 Uhr auf dem Overnatingplatz ziemlich nass ankommen treffen wir auf einen Engländer. Ihn fragen wir, wo denn die nächste Einkaufsmöglichkeit ist er sagt ca. 3 Km von hier er wollte auch gerade einkaufen. Wir sollten uns nur beeilen weil das Geschäft um 18.00 Uhr schließen würde. Wir gucken uns an, um das zu schaffen müssten wir jetzt superschnell ein Bike abpacken und selbst dann würde es echt eng werden. Auch der Brite sieht unser Dilemma und bietet uns kurzer Hand an uns was mit zu bringen. Unsere Wünsche sind bescheiden 1 Flasche Cola, 1 Apfel und 1 Brot. So knapp wie Michael, so heißt unser Nachbar hier auf der Zeltwiese los gekommen ist, ist er wahrscheinlich um 17.59 Uhr im Geschäft angekommen. Aber er bringt uns alles mit was wir brauchen und abends ergibt sich noch ein netter Austausch über unsere Reisen. Nachdem wir die Zelte aufgebaut haben, kümmert sich Lydia um das Essen und ich mich um den Austausch der Achse. Das gestaltet sich schwieriger als ich gedacht hatte, netterweise darf ich den Schraubstock von Brian, dem Besitzer des Zeltplatzes, benutzen und sonst fragt er immer mal nach ob ich weiter komme und er mir ggf. helfen kann. Auch sonst ist er sehr Hilfsbereit und nett er dreht extra einen Haken für uns in die Wand, damit wir unter seinem Überdach unsere Leine spannen können um unsere nasse Regenkleidung zu trocknen. Auch nimmt er meine Söhne mit um ihnen zu Zeigen wie er seine Schweine füttert und sie dürfen mit den Katzenjungen spielen. 

Das ist das Schöne an diesen Overnating Teldplatzen, man trifft nette Menschen die gleich gesinnt sind und oft sehr Hilfsbereit und die, die Bedürfnisse von uns Radfahrern kennen. Leider ist dies unsere letzte Nacht in Dänemark. Unsere Strecke war heute gut 79 Km lang und so sind wir doch recht müde und krabbeln früh in unsere Schlafsäcke.

13.08.10

Egebaeck nach Dagebüll. Heute geht es über die Grenze in unser Heimatland. Wir müssen weite Strecken gegen den Wind fahren. Da wir wissen das wir in Deutschland günstiger einkaufen können als in Dänemark wollen wir unseren Tageseinkauf dort erledigen. Also kaufen wir in Dänemark von unserem Kleingeld noch etwas zu trinken und machen uns dann auf Richtung Deutschland. Rechts von uns taucht am Horizont die Insel Sylt auf, aber es dauert noch ein paar Kilometer bis wir wieder in Deutschland sind.

Kurz vor dem Grenzübertritt liefern sich unsere drei großen noch ein Wettrennen jeder will irgendwie der Erste sein der in Deutschland ist. Der Grenzübertritt ist ziemlich unspektakulär es gibt nicht einmal einen Hinweis oder ein Schild, das wir in Deutschland sind. An der Grenze haben wir an diesem Tag schon 50 Km in den Beinen unser Tacho verrät uns das wir jetzt im Ausland 1070 Km gefahren sind. An der Grenze machen wir noch ein Foto vom ehemaligen Grenzübergang. Dort fragen uns drei Dänen wo wir denn hin wollen, unsere Antwort ist nach Deutschland. Was dann doch für einen Lacher bei ihnen sorgt. Wir fragen wie weit es denn noch bis Dagebüll ist und sie fragen ob wir denn soweit mit unseren Rädern kommen. Denn es wären noch 30 Km. Das halten wir für ein Gerücht aber das Hinweisschild für Radler bestätigt das leider. Aber es ist 16.40 Uhr und so sind wir ziemlich sicher dass wir das noch schaffen werden. Leider fehlt uns noch eine Karte für Deutschland, aber die wartet in Dagebüll auf dem Campingplatz. Wir treffen ein Pärchen auf einemTandem kurz nach dem wir die Grenze passiert haben. Sie weisen uns grob den Weg . Irgendwann müssen wir über so eine Schotterstrecke die sich von den Strecken in Dänemark durch die spitzeren Steine unterscheidet. Kurze Zeit später bleiben wir dann auf diesem Weg auch mit unserem ersten Platten nach über 1000 Km liegen. Dummerweise am Tandem und natürlich hinten.

Ich brauche 30 min bis wir weiter können.

Mittlerweile sind wir doch ziemlich enttäuscht von Deutschland es gibt nichts zum Einkaufen und nirgendwo eine Bank wo wir an Bargeld kommen können und wenn es das gibt so wäre es für uns ein riesen Umweg. Kurz vor Dagebüll fragen wir eine Frau am Straßenrand wie es denn in Dagebüll mit Geschäften und einer Bank aussieht. Sie sagt beides sei nicht vorhanden, aber am Parkplatz gäbe es einen Kiosk, dort könnte man gegen eine Gebühr von 4,50€ Bargeld bekommen aber der Kiosk würde um 19.00 Uhr schließen, das würden wir wohl nicht mehr schaffen. Wir schauen auf die Uhr, es ist 18.30Uhr und es sind noch 3 Kilometer. Wir sind jetzt zwar ziemlich müde, aber das sollte noch klappen. Also treten wir kräftig in die Pedale steuern als erstes unserer Zeltplatz an und dann machen sich Lydia und Marco auf den Weg zum Kiosk. Es klappt alles wenn auch knapp so wie gestern bei Michael. Aber um kurz nach sieben ist unser Portemonnaie wieder gut gefüllt. Mit meinen anderen Söhnen haben wir in der Zeit die Zelte aufgestellt. Jetzt wollen wir im Imbiss auf dem Campingplatz Abendbrot essen weil wir bis hierher nichts gefunden haben wo wir unsere Vorräte ergänzen konnten. Selbst jetzt müssen wir uns beeilen weil der Imbiss eigentlich um 20.00 Uhr schließt. Aber irgendwie klappt alles dann doch und wir fallen nach 86Km auch heute wieder müde in unsere Schlafsäcke. Meine Frau kommt etwas später weil sie im Waschraum von Leuten angesprochen wurde, die auch mit vier Kindern unterwegs sind.

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